Laura Gonzalez
© Rodrigo Rize
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Laura Gonzalez: Mix and Match

Durch ihre kühne Art, Muster und Materialien zu kombinieren, wurde die Pariser Designerin Laura Gonzalez zu einer der wichtigsten ihrer Branche: Hotels wie das „Saint James“ oder Luxusmarken wie Cartier setzen auf ihr Know-how.

17. Mai 2024


© beigestellt

Kräftige Farben, luxuriöse Materialien und üppige Muster zu einem harmonischen Gesamtbild zu fügen, das die Laune des Betrachters hebt und zugleich Eleganz ausstrahlt: Diese Kunst ist das Markenzeichen von Laura Gonzalez. Zahlreiche Cartier-Boutiquen, unter anderem in Doha, Paris und New York, weitere Geschäfte in Tokio und auf Hawaii sowie diverse Restaurants und Hotels hat sie mit ihrer eklektisch-maxi­malistischen Handschrift geprägt. Und damit bewiesen, dass ihre ­ästhetische Sprache universell verstanden und geliebt wird.

Adieu, Purismus

Ihr unverkennbarer Stil wurde der Pariser Architektin und Designerin quasi in die Wiege gelegt. „Im Haus meiner Eltern war jedes Zimmer lebhaft und maximalistisch eingerichtet“, erzählt sie, „vor allem nordafrikanische Einflüsse spielten eine große Rolle, da mein Vater aus Algerien stammt.“ Zu ihrer Spielart des Maximalismus gehören neben starken Mustermixen auch unterschiedliche kulturelle Einflüsse. Das Interesse für Kunst und Ästhetik entwickelte sie ebenfalls früh: „Meine Eltern liebten Kunst und Auktionen, und sie nahmen mich überallhin mit“, so Gonzalez. Früh stand so für sie fest, dass sie einen künstlerischen Beruf ergreifen will. „Weil ich sehr organisiert bin, landete ich bei der Architektur – sie vereint meine beiden Seiten, die künstlerische und die strukturierte“, so die Designerin.

© Scott Frances 

Nach dem Studium in Paris, Venedig und China gestaltete Gonzalez den Pariser Club „Le Bus Palladium“. Dieses Projekt zeigte ihr, dass Bars, Restaurants und Hotels mehr kreativen Spielraum bieten als Mietshäuser. Kulissen für den angenehmen Teil des Lebens bilden seither den Schwerpunkt ihres Architekturbüros, das sie 2008 mit gerade einmal 24 Jahren gründete. Heute richtet Gonzalez auch ­Privathäuser ein, vor allem Feriendomizile, und entwirft Möbel­kollektionen. Für sie ist Maximalismus eine Mission: „Ich denke, dass wir gerade in stressigen Zeiten freudvolle und farbenfrohe Interieurs brauchen, die uns mental an ­einen anderen Ort bringen und uns träumen lassen.“

© Philippe Garcia

Wer gerade keinen Einkauf bei Cartier plant, wo Gonzalez mittlerweile Stamm-Architektin ist, kann ihren Stil etwa im Hotel „Saint James“  im eleganten 16. Pariser Arrondissement erleben; oder im libanesischen Restaurant „Noura“, das im selben Bezirk gelegenen ist. Die beiden sehr unterschiedlichen Projekte eint die Opulenz der Interieurs. Für das neue „Saint James“ schwebte Gonzalez die Atmosphäre einer eleganten Stadtvilla vor. Das von ihr neu gestaltete Restaurant „Noura“ hingegen spiegelt die Wärme und die Lebenskraft des Libanons wider.

Exzellente Handwerkskunst 

© Philippe Garcia

Im „Saint James“ enthüllte sie zunächst die Vergangenheit des historischen Baus und ließ Gewölbebögen und die Kuppeldecke der Lobby restaurieren. Für die 50 Zimmer und die öffentlichen Bereiche wählte sie prachtvolle Farben und verspielte Details. Handgefertigte Stoffe, Wandbespannungen und Teppiche, Keramik- und Porzellanvasen sowie kostbare Tapeten zeugen von der Exzellenz französischen Kunsthandwerks. In einigen Zimmern dominiert eine warme Farbpalette aus Erd- und Herbsttönen, andere sind hell und sonnig gestaltet.

Im Restaurant „Bellefeuille“, das mit raumhohen Fenstern, Grünpflanzen und feinen floralen Mustern an ein viktorianisches Palmenhaus erinnert, ergänzt ein in einem Antiquitätengeschäft entdeckter Lüster gepolsterte Stühle und einen dicken Teppich. Ist das Restaurant bereits ein­ladend, so möchte der Gast die holzgetäfelte Bar gar nicht mehr verlassen. Denn sie verströmt durch die lederverkleidete Theke und schwere Sessel das Ambiente eines gediegenen Landsitzes. Auch die Regale mit mehreren Tausend Büchern, die aus einem früheren Leben des Gebäudes stammen, verstärken diesen Eindruck.

Inspiration des alten Beirut

© Matthieu Salvaing

Ähnlichen Magnetismus besitzt das 1989 eröffnete Restaurant „Noura“, das Gonzalez in betörende Farben von Sonnengelb bis Mintgrün getaucht hat. Bunte Fliesen und maurische Bögen verleihen dem Restaurant mit offener Küche und Cocktailbar ein authentisches Ambiente. „Es war mir wichtig, dass Genuss und Lebensfreude, für die diese ­Pariser Traditionsadresse steht, Atmosphäre und Schauplatz durchdringen“, erklärt sie. Fotos von Cafés im alten Beirut dienten ihr als Inspiration. Elemente wie das Wandbild eines Pinienwalds, von einem Beiruter Künstleratelier kreiert, erwärmen Herz und Seele maximal.

Dieser Artikel erschien in der Falstaff TRAVEL Ausgabe Frühling 2024.

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