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Vietnam: Schönheit sondergleichen

Der neue Hotspot in Asien heißt Vietnam. Das Land ist eine spannende Mischung aus Traumkulisse, Kultur und guter Küche. Die wunderschönen ­Strände machen jetzt auch Thailand Konkurrenz.

28. Mai 2024


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Hanoi, französisches Viertel. Das „Grand Hotel Métro­pole“ ist seit 1901 die feinste Adresse hier. US-Präsidenten waren im „Métropole“ zu Gast, Graham Greene, Charlie Chaplin, Mick Jagger, Angelina Jolie – und nicht zu vergessen Jane Fonda mitten im Viet­namkrieg.

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Vor dem Eingang stehen zwei Möglichkeiten, die Stadt zu erkunden. Zum einen ein hoteleigener wunderschöner, dunkelblauer Citroën Traction Avant aus den frühen 50er-Jahren, mit dem Gäste eine City-Tour machen können. Der auf Hochglanz polierte Wagen sieht aus wie aus einem alten französischen Gangsterfilm oder wie aus einer „Tim und Struppi“-Geschichte. Die zweite Möglichkeit ist Herr Vui mit seinem Rikscha-Fahrrad, mit dem er scheinbar mühelos zwei neugierige Europäer transportieren kann.

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Herr Vui ist wohl in seinen 40ern, sehr sportlich, lacht oft und klärt uns auf, dass „Vui“ nichts anderes bedeutet als „der Fröhliche“. Mit dem Fröhlichen also fahren wir die nächsten Stunden durch Hanoi, vorbei am Nachbau der Pariser Oper, an alten französischen Villen, vor allem aber durch die Altstadt. Die hat 36 Straßen, die seit Jahrhunderten nach Zünften und ihren Produkten benannt sind. Es gibt also zum Beispiel die Straße der Matten, des Silbers, des Schmucks und so fort. So steht es in jedem Reiseführer. Tatsächlich ist das alte Viertel ein Labyrinth aus mehr als 70 Straßen, weiß Herr Vui und lacht schon wieder. Und alt sind nicht die Gebäude, sondern die Traditionen, das Handwerk, die Lebensweise der Menschen hier. Aber selbst das ändert sich beständig, denn die Vietnamesen sind flexibel.

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Und weil das so ist, gibt es in der Hang-Son-Straße nicht mehr Farben und Terrakottaware wie früher, sondern Kulinarisches für Touristen: „Cha ca“ (gebratene Fischlaibchen) und die allseits beliebte Pho Bo, die berühmteste Suppe des Landes. Natürlich steigen wir aus und probieren die nordvietnamesische Version der Pho, es gibt auch die süßere südvietnamesische Variante. Die Pho-Suppe erzählt mit jedem Löffel ein Stückchen der Geschichte Vietnams. Ursprünglich war sie eine heiße Brühe aus Wasserbüffelfleisch, die von armen Bauern im Norden Vietnams gegessen wurde. Dann kamen die Franzosen für knapp ein Jahrhundert, sie regierten ihr Kolonialreich Indochine (Laos, Kambodscha, Vietnam) von Hanoi aus und bescherten den Vietnamesen unter anderem den Kaffee, die noch immer sehr beliebten Baguettes – und sie brachten Rindfleisch­gerichte wie Pot au Feu. Aus Pot au Feu wurde einfach Pho. Man muss eben flexibel sein.

Mango Milk Tea und Pagoden

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Wir fahren mit Herrn Vui weiter zum Hoan-Kiem-See im Herzen Hanois und spazieren über die rote Sonnenbrücke zu einer kleinen Insel mit der Pagode des Jadebergs. Alles hat hier sehr poetische Namen, aber Stadtbesichtigungen machen auch müde und durstig. Und so testen wir nun in einem modernen Lokal (think Starbucks!) den beliebtesten Drink in Vietnam, jedenfalls beim jüngeren Publikum: Milchtee, am liebsten Mango-Milchtee. Das mag überraschen, hatten wir doch in der Schule gelernt, Milch sei nichts für Asiaten – tatsächlich kam das erfrischende Getränk erst vor 20 Jahren ins Land und wurde dann von taiwanesischen Starbucks-Kopien populär gemacht. Inzwischen gibt es über 1500 Milk-Tea-Shops, die besonders von jungen Leuten geschätzt werden.

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Gibt es in Vietnam auch Berge? Aber ja. Von der Hauptstadt aus kann man zum Beispiel in die Tonkinesischen Alpen und in das „dortige Kitzbühel“ namens Sapa fahren. Das Bergmassiv im Nord­westen Vietnams an der Grenze zu China, das die Franzosen „tonkinesisch“ nannten, heißt heute Hoang-Lien-Gebirge. Dort leben viele Minderheiten, deren Trachten und Märkte man bestaunen kann: die Hmong, die Roten Dao und die Giay. Von Hanoi aus fährt man am besten mit dem eleganten Victoria Express abends ab und kommt morgens an. Es gibt gute Hotels in Sapa, und man kann auch Trekkingtouren machen – und vielleicht hinter Nebelbänken den 3145 Meter hohen Fansipan erblicken, das Dach Indochinas.

Die Legende von den guten Drachen

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Ein touristisches Muss ist auch die weltberühmte Halong-Bucht, zu der man früher drei Stunden mit dem Bus zuckeln musste – mit Toilettenstopps, die kein Gütesiegel vom schwedischen Hygiene-Institut bekommen hätten. Heute fliegt man bequem und direkt zum neuen Van Don Airport in Halong, muss dafür aber die fantastische Inselwelt aus 1969 Karstfelsen mit 6,8 Millionen Touristen pro Jahr teilen. Die Bucht von Halong ist eine der schönsten Landschaften der Welt und wäre beinahe Filmlocation für James Bond geworden (im Film „Der Mann mit dem Goldenen Colt“), aber die Produzenten bekamen damals keine Drehgenehmigung. Die Karstfelsen sind der Legende nach von guten Drachen ins Meer gespuckt worden, um den Menschen gegen Eindringlinge zu helfen. Danach seien die Drachen wieder ins Meer untergetaucht – wir haben keinen gesehen.

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Vietnam hat 3400 Kilometer Küste und sehr viele herrliche Sandstrände, vor allem in Zentral- und Süd­vietnam. Die schönsten sind bei Hoi An (An Bang Beach), auf der Insel Phu Quoc (Sao Beach) ganz im Süden im Golf von Thailand, und auf der Halbinsel Cam Ranh bei Nha Trang (der kilometerlange Bai Dai Beach).

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Dort findet man auch einen waschechten österreichischen Hoteldirektor, in einem eindrucksvollen Fünf-Sterne-Resort namens „Alma“: Herbert Laubichler-Pichler, einst General Manager im „Schlosshotel Fuschl“, arbeitet schon seit 2008 in Asien und liebt ­Vietnam. „Es ist in jeder Hinsicht ein spannendes Land“, sagt der Filzmooser. „Die Europäer entdecken es gerade als Badedestination, als Alternative zu Thailand.“

Where to stay

Alma Resort

 
 
 
 
 
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Ein österreichisch geführtes Fünf­-Sterne-Resort am Traumstrand von Bai Dai.

Alma Resort
Nguyễn Tất Thành, Cam Hải Đông, Cam Lâm, Khánh Hòa, Vietnam
Tel.:
+84 258 399 1666
Web:
alma-resort.com
Preis:
Doppelzimmer ab € 160,–

Amanoi

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Luxusresort an der Vin-Hy-Bucht inmitten des Nui-Chua-Nationalparks. Der Strand von Ba Dien ist 13 Gehminuten entfernt. 

Amanoi
Vinh Hy village Vinh, Hai commune, Ninh Hải, Ninh Thuận, Vietnam
Tel.:
+84 259 377 0777
Web: aman.com
Preis: Villen ab € 1115,–

Dieser Artikel erschien in der Falstaff TRAVEL Ausgabe Frühling 2024.

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