Tirol
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Traumhaftes Tirol: Weitblick garantiert

Urlaub im Outdoor-Eldorado: Fast schon unwirklich schön sind die saftigen Wiesen und Täler im Sommer, die bestens mit Wanderwegen erschlossen sind. Aber auch die Auswahl an Dreitausender-Gipfeln ist rekordverdächtig – Tirol ist ideal, um durchzuatmen und den Kopf auszulüften.

27. Mai 2024


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Man sagt den Tirolern nach, dass sie so schroff wie ihre Berggipfel sind. Das klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich einladend. Aber warum eigentlich? Sind wir in einer immer ähnlicher werdenden Welt nicht auf der Suche nach genau jenen Ecken und Kanten, die eine Region einzigartig machen? Nach Menschen, die noch mit Stolz ihren Dialekt sprechen und sich nicht verbiegen, wenn es ans Eingemachte geht? Die Tiroler sind wahrscheinlich tatsächlich ein stures Bergvolk, aber sie sind auch ehrlich und offen. Davon zeugt das herzhafte „Du“, mit dem man überall begrüßt wird. Tirol steht für ein Lebensgefühl, bei dem sich viel im Freien abspielt. Jede noch so kleine Gemeinde hat ihren Hausberg, auf dem man bei Wind und Wetter klettert, wandert oder spaziert.

Uralte Tradition

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Diese Naturverbundenheit wirkt ansteckend. In Tirol kann man durchatmen und den Kopf auslüften. Wer hierher kommt, erlebt hautnah, wie klein man sich als Mensch fühlt, wenn man auf die gigantischen Berge blickt. Aber auch, wie erhaben es sein kann, auf einem Gipfel zu stehen und die Weite intensiv zu spüren. Die Gegensätze Tal und Berg prägen diese Landschaft, die sowohl im Winter als auch im Sommer viel zu bieten hat. Uralte Traditionen sind hier nach wie vor lebendig geblieben: Im Brixental, das im Herzen der Kitzbüheler Alpen liegt, gibt es etwa noch die kräftigen, ausdauernden Noriker-Pferde, die zu Fronleichnam mit Blumen geschmückt werden, die perfekt zu den Festtagstrachten der Reiter passen. Der sogenannte Antlassritt wird von örtlichen Musikgruppen begleitet, er findet seit über 300 Jahren statt.

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In der kleinen Gemeinde Ellmau stehen Touristen ehrfürchtig vor einem typischen Tiroler Haus mit Holzfassade und Blumenschmuck. Die beliebte TV-Serie „Der Bergdoktor“ wird in der Region gedreht, jeder möchte ein Selfie vor der idyllischen Bergdoktorpraxis schießen. Manchmal ist der Ort ziemlich überlaufen, aber die Ferienregion Wilder Kaiser ist so weitläufig, dass man immer ruhige Plätzchen findet. Am schönsten ist es, einen Tandem-Paragliding-Flug zu buchen. Auf dem Weg zum Hartkaiser sieht man mit ein wenig Glück sogar Murmeltiere, oder die Alpendohle zieht ihre Kreise am Himmel, auch Steinadler gibt es hier noch. Es ist ein unglaubliches Gefühl, lautlos an den Gipfeln vorbeizugleiten; zu erleben, wie das fast schon unwirkliche Abendrot die Berge dramatisch in Szene setzt.

Dreitausender-Paradies

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Tirol ist ein Wander-Eldorado, die zahlreichen Bergseen sind auch im Sommer frisch – und eine ideale Abkühlung nach einem anstrengenden Aufstieg. In den schönsten Grün- und Azurblautönen leuchten die Gewässer, der Plansee in der Naturparkregion Reutte wirkt fast wie ein Fjord. An seiner tiefsten Stelle ist er stattliche 76,5 Meter tief. Noch ein paar Zahlen, die für sich sprechen: 574 Dreitausender erheben sich in Tirol, der Großglockner (3.798 Meter) und die Wildspitze (3.768 Meter) sind die höchsten. Rund 24.000 Kilometer vom Alpenverein gewartete Wanderwege führen durch Tirol, rund 170 Alpenhütten sowie Bergrestaurants laden zur Einkehr. Rund 770 ausgebildete Bergführerinnen und Bergführer und knapp 2.000 Wanderbegleiter stehen zur Verfügung. 6400 Kilometer beschilderte und genehmigte Mountainbike-Routen werden angeboten. Am Hintertuxer Gletscher kann man sogar bis in den Sommer hinein Ski fahren – so kann man Sommer- und Winterurlaub zeitgleich absolvieren.

Von Hauben und Hütten

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Worauf man besonders stolz ist, ist die Kulinarik: Tirol hat die meisten Haubenlokale Österreichs. Im Gault-Millau 2023 erreichten 14 Betriebe die herausragende Bewertung von 17 bis 19 Punkten. Allen voran liegt das Gourmet­restaurant „Stüva“ in Ischgl mit stolzen fünf Hauben. Küchenchef Benjamin Parth interpretiert französische Klassiker auf kreative Art, „puristisch und weltoffen“ nennt er seine Kochkunst. Aber auch der „Schwarze Adler“ in Hall, der „Tannenhof“ in St. Anton oder das Restaurant im „Inter­alpen-Hotel Tyrol“ überzeugen durch Top-Gourmetküche.

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Tirol wäre aber nicht Tirol, wenn es nicht in jeder Hütte deftige regionale Spezialitäten zu genießen gäbe. Tiroler Speckknödel sind ein Klassiker, sie werden traditioneller­weise in der Suppe serviert; auch Gröstl mit Ei, ursprünglich als kreative Resteverwertung gedacht, mundet. Hinzu kommen Kas­pressknödel oder Schlutzkrapfen. Die beste Nachspeise sind Moosbeernocken aus lokalen Heidelbeeren – daran erkennbar, dass sie die Zunge lila einfärben. Aber auch Strauben, ein süßes, frittiertes Backwerk, sind eine beliebte Nach­speise. Diätküche ist die Tiroler Kost nicht gerade, aber dafür bewegt man sich ja auch den ganzen Tag in der frischen Luft. Das verbrennt Kalorien und macht hungrig.

Meisterstücke der Architekur

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Tirol kann aber auch urban punkten. Innsbruck ist eine quirlige Studentenstadt, in der reiche Historie (Besiedlungsspuren aus der Jungsteinzeit) und City-Lebensgefühl zusammenkommen. Das Goldene Dachl (oben) ist ein markantes Wahrzeichen; das Gebäude wurde 1420 als Residenz der Tiroler Landesfürsten erbaut. Aber auch sonst lässt sich architektonisch viel entdecken, bis hin zur Bergisel-Skisprungschanze, die von Stararchitektin Zaha Hadid für die Olympiastadt geplant wurde.

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Im Kaufhaus Tyrol, erbaut von David Chipperfield, lässt sich lichtdurchflutet shoppen, und in Schloss Ambras befindet sich eine Kunst- und Wunderkammer, die in der Renaissance als eine der bedeutendsten ihrer Art galt. Unter anderem ist hier auch das berühmte Gemälde von Vlad III. zu sehen, der als Dracula in die Legende einging – er war zwar kein Tiroler, aber auch mehr als eigenwillig.

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